Frau Eule

82 Jahre, ledig, keine Angehörigen. Ihre Freunde sind alle gleich alt bzw. älter und sehr eingeschränkt mobil. Frau Eule lebt seit Kurzem im Betreuten Wohnen. Unterstützung hat sie durch eine Putzfrau, die auch in die neue Wohnung kommt. Sie wird von nächtlicher Unruhe und Rückenschmerzen geplagt.






»Es ist schon prima, dass ich jetzt in dieser betreuten Wohnung mit allem, was ich noch brauche, angekommen bin. Das einzige was mir wirklich Sorge bereitet ist, dass ich nachts total unruhig bin und nicht gut schlafen kann. Ich stehe mehrmals auf und laufe umher.«

Herr Schwalbe

69 Jahre, verheiratet, Ehefrau ist noch berufstätig (20h/Woche). Herr Schwalbe lebt mit der Ehefrau in einer drei-Zimmer-Wohnung im Hochparterre eines Zehn-Parteien-Hauses am Stadtrand mit guter ÖPNV-Anbindung. Herr Schwalbe leidet nach einer Operation an Harninkontinenz. Er isst wenig und trinkt schlecht. Er war immer sehr aktiv im Gesangsverein und organisiert Konzerte und Ausflüge.
 
»Ich schäme mich sehr für meine Blasenschwäche. Nachts muss ich alle zwei Stunden raus. Da komme ich selten drum herum. Unbemerkt nachts einzunässen ist für mich noch belastender als nachts aufzustehen, um auf die Toilette zu gehen. Daher höre ich gegen 17 Uhr, spätestens 18 Uhr auf, etwas zu trinken.«
 


Frau Specht

91 Jahre, verwitwet. Sie hat Nachbarn im Haus die auf sie achten. Ihr Enkel studiert in der Stadt und kommt 1x/Woche vorbei. Frau Specht wohnt im 1. Stock ihres eigenen Dreifamilienhauses in der Stadt. Ihre allgemeine Schwäche, die geringe Ausdauer und Belastbarkeit stören sie. Es fällt ihr schwer Hilfe anzunehmen und sie ist eher ein skeptischer Typ.




 
»Ich komme gut klar. Es braucht halt alles seine Zeit und es ist alles etwas beschwerlich. Aber mir ist wichtig, dass ich alles noch selber mache, so lange ich kann. Meine Nachbarn könnte ich bestimmt um Hilfe bitten, wenn was wäre. Aber tagsüber ist ja niemand da, die sind alle arbeiten und in der Schule. Ein bisschen mehr rauskommen wäre schon schön. Aber dafür fehlt mir einfach die Kraft und so einen hässlichen Rollator möchte ich auch nicht.«

Herr Kuckuck

72 Jahre, frisch verwitwet. Seine beiden Kinder leben mit eigenen Familien weit entfernt, kommen in den Ferien zu Besuch. Die näheren Sozialkontakte bestanden nur durch die Ehefrau. Herr Kuckuck lebt in einer Stadtwohnung im 1. OG zur Miete. Er leidet an Diabetes und Antriebs-losigkeit. Er ist technikaffin und hat früher den PC und das Smartphone für Schrift-verkehr sowie Kommunikation mit seiner Familie genutzt.
 
 »Ich habe immer alles zusammen mit meiner Frau gemacht. Wir sind bzw. waren ein gutes Team. Ich habe Papierkram und alles am Computer gemacht, sie den Haushalt. Ich habe sie zum Einkaufen, zu Arztterminen und zu ihren Freundinnen gefahren. Jetzt bin ich ganz alleine. Manchmal will ich alles hinschmeißen und einfach nur fernsehen. Meine Frau fehlt mir sehr.«


Frau Spatz

62 Jahre, verheiratet. Ihr Sohn lebt mit seiner Partnerin 10 km entfernt. Frau Spatz lebt mit dem Ehemann (Rentner) in einem Haus mit Garten am Stadtrand. Ihre eingeschränkte Seh- und Hörfähigkeiten und die Arthrose in beiden Kniegelenken sind sehr belastend im Alltag.
Seit der Frührente vor 2 Jahren resigniert sie.
 



»Ich glaube, ich werde nicht immer für voll genommen. Ich bekomme halt nicht alles mit oder muss häufiger mal nach-fragen. Manchmal ist es mir aber auch unangenehm, nachzufragen oder immer wieder zu bitten, dass mein Gegenüber deutlicher spricht. Da ziehe ich mich dann zurück. Mein Mann ist da auch nicht so geduldig mit mir.«